Kreativität trifft Handwerk: Tischler-Innung Kleve zeichnet die besten Gesellenstücke des Jahres aus

Der Wettbewerb „Die Gute Form 2026 -Tischler gestalten Ihr Gesellestück“ würdigt herausragende Gestaltungskompetenz des Tischlernachwuchses – Runa van den Boom aus Goch-Hassum gewinnt mit ihrem Flurmöbel „RoUNdAbout“

Mit Ideenreichtum, gestalterischem Feingefühl und handwerklicher Präzision haben die angehenden Tischlerinnen und Tischler des Kreises Kleve beim Wettbewerb „Die Gute Form – Tischler gestalten ihr Gesellenstück“ eindrucksvoll bewiesen, welches Potenzial im Nachwuchs des Tischlerhandwerks steckt. Aus 20 Möbelstücken wählte eine unabhängige Fachjury die überzeugendsten Stücke aus. Die Ehrung der Preisträgerinnen und Preisträger fand im feierlichen Rahmen der Lossprechungsfeier statt.
Das Gesellenstück bildet traditionell den Höhepunkt der dreijährigen Ausbildung zum/zur Tischler/in. Die Auszubildenden entwickeln ihre Möbel eigenständig – von der ersten Idee über die Planung bis hin zur Fertigung. Dabei entsteht weit mehr als ein Prüfungsstück: Es sind individuelle Möbel mit Charakter, die die Persönlichkeit ihrer Hersteller/innen widerspiegeln.
Während in der praktischen Gesellenprüfung vor allem die handwerkliche Ausführung bewertet wird, stehen beim Wettbewerb „Die Gute Form“ andere Kriterien im Mittelpunkt. Eine achtköpfige, unabhängige Jury beurteilt die Arbeiten ausschließlich nach Idee, Form, Funktion und Konstruktion. Der Wettbewerb macht damit deutlich, dass modernes Tischlerhandwerk nicht nur höchste Präzision verlangt, sondern ebenso Kreativität, Gestaltungskompetenz und innovative Lösungen.
Den ersten Preis sicherte sich Runa van den Boom aus Goch-Hassum, die ihre Ausbildung bei der Gossens GmbH in Goch-Asperden absolvierte. Mit ihrem hängenden Flurmöbel „RoUNdAbout“ überzeugte sie die Jury auf ganzer Linie. Die junge Tischlerin beschreibt die Entstehung ihres Entwurfs so: „Während meiner Ausbildung haben wir immer wieder Formteile gebaut. Dabei habe ich eine Vorliebe für runde Möbel entwickelt. Mir war schnell klar, dass mein Gesellenstück diese Formensprache aufgreifen sollte. Das Besondere ist, dass sich sogar das Formteil öffnen lässt.“
Die Jury würdigte das Möbel als „außergewöhnlich in seiner Formsprache und dennoch angenehm zurückhaltend“. Besonders hervorgehoben wurden die ungewöhnliche Schubladenanordnung, der anspruchsvolle Materialeinsatz und die stimmige Gesamtwirkung. Das Fazit der Juroren: „Dezentes Understatement.“
Der zweite Preis ging an Jessica Holland aus Geldern, ehemalige Auszubildende der DPH Voss GmbH in Geldern. Ihre „WandelBar“ vereint Esszimmermöbel und Barschrank in einem wandelbaren Konzept. Hinter der klaren Gestaltung verbirgt sich eine raffinierte Technik mit Arbeitsfläche, intelligentem Stauraum und indirekter Beleuchtung. Die Jury lobte insbesondere die gelungene Materialkombination, die harmonischen Proportionen sowie die außergewöhnlichen Rundungen des Korpus.
Mit dem dritten Preis wurde Theo Ben Brümmer aus Rheurdt, welcher seine Ausbildung bei LeSch Interior GmbH & Co. KG in Düsseldorf, absolvierte. Sein moderner Sekretär „Ash & Eggplant“ verbindet einen funktionalen Arbeitsplatz mit einem eleganten Möbelstück für moderne Wohnräume. Das dynamische Design, die interessante Kombination aus Esche und farbig lackiertem MDF sowie die ungewöhnliche Farbgestaltung überzeugten die Jury.
Drei weitere Gesellenstücke erhielten eine Belobigung.
Hasan Walizada aus Wachtendonk, ausgebildet bei H. Lemmen & Sohn, Inh. Berd Lemmen e.K., Möbelfachgeschäft in Kerken, beeindruckte mit einem modernen Sideboard, dessen bündig schließende Schiebetüren über einen besonders raffinierten Öffnungsmechanismus verfügen. Die Jury hob die pfiffige Konstruktion, die gute Funktionalität sowie die frische Farbgestaltung hervor.
Eric Hillen aus Rheurdt von der Schreinerei Mathias Büsch in Rheurdt entwickelte mit seinem Schreibtisch „Arbetsrø“ einen Arbeitsplatz nach skandinavischem Vorbild. Klare Linien, funktionale Details und ein integrierter Apothekerschrank schaffen einen ruhigen und durchdachten Arbeitsbereich. Die Jury bescheinigte dem Möbel ein minimalistisches Design bei gleichzeitig hoher Funktionalität durch den integrierten Apothekerschrank.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde Mathis Adams, ausgebildet bei der Holzbau van Aaken GmbH & Co. KG in Kevelaer. Sein Stehtisch „Ein Tisch zum Schocken“ entstand mit dem Ziel, Menschen an diesem Tisch zusammenzubringen. Der Tisch konnte die Jury durch eine gute Holzverarbeitung, mit einer originellen Idee und gelungenen Proportionen überzeugen.
„Die diesjährigen Gesellenstücke zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig das Tischlerhandwerk heute ist. Unsere Nachwuchskräfte verbinden traditionelle Handwerkskunst mit modernen Gestaltungsideen und innovativen technischen Lösungen. Darauf können sie mit Recht stolz sein“, betont Lehrlingswart Theo Janßen aus Uedem bei der Ehrung der Sieger/innen.
Die Tischler-Innung des Kreises Kleve gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihren hervorragenden Leistungen und wünscht ihnen für ihren weiteren beruflichen Weg viel Erfolg.
Alle Gesellenstücke unserer Tischler/innen sind auf der Internetseite des Fachverbandes Tischler NRW zu sehen. Der Link lautet: https://tischler.nrw/ausbildung/die-gute-form/dgf-innungen-2026/kleve

Presseinformation
des Kreis Klever-Handwerks