Im Rahmen der Lossprechungsfeier begrüßte Obermeister Johannes Gerhards die
erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Bäckerhandwerks sowie deren Familien,
Ausbildungsbetriebe und Ehrengäste. In seiner Ansprache betonte er, dass mit dem
erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zwar ein wichtiger Meilenstein erreicht sei, das
Lernen jedoch niemals ende. Lebenslanges Lernen sei gerade im Handwerk ein
entscheidender Schlüssel, um den stetig wachsenden Anforderungen des Berufs gerecht zu
werden und die eigene berufliche Entwicklung aktiv zu gestalten.
Passend dazu zitierte Gerhards den Schriftsteller Wilhelm Busch: „Ausdauer wird früher oder
später belohnt – meistens später.“ Mit diesen Worten würdigte er die Leistungen der jungen
Fachkräfte, die mit Engagement, Fleiß und Durchhaltevermögen ihre Ausbildung erfolgreich
abgeschlossen haben.
Besonders erfreut zeigte sich der Obermeister über die positive Entwicklung der
Ausbildungszahlen im Bäckerhandwerk. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der
Auszubildenden im Bäckerberuf um 17 Prozent, bei den Fachverkäufer/innen betrug der
Zuwachs 9 Prozent. Diese Entwicklung wertete Gerhards als ermutigendes Zeichen für die
Zukunft des Bäckerhandwerks.
Auch der stellvertretende Landrat des Kreises Wesel, Günter Helbig gratulierte den
Prüflingen herzlich zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. In seinem Grußwort hob
er die Bedeutung des Handwerks hervor: Eine handwerkliche Ausbildung sei eine
hervorragende Grundlage für den weiteren Berufsweg und zugleich ein solides Fundament
fürs Leben.
Ein Höhepunkt der Lossprechungsfeier war das Interview zwischen dem drittbesten Bäcker
der Welt, Jonah Rosentreter und Jutta Praße, Bäckermeisterin und Fachlehrerin für das
Bäckerhandwerk am Berufskolleg Geldern. In dem kurzweiligen und lebhaften Gespräch
berichtete der junge Bäcker von seinem außergewöhnlichen Werdegang bis zur Junioren-
Weltmeisterschaft der Bäcker in Taiwan.
Jonah blickt bereits auf eine beeindruckende Erfolgsserie zurück: Als Innungsbester 2025,
erster Kammersieger, erster Landessieger und zweiter Bundessieger qualifizierte er sich
gemeinsam mit der Bundessiegerin Lilly Jahn für die Weltmeisterschaft. Dort vertrat das Duo
Deutschland erfolgreich und gewann die Bronzemedaille.
Im Interview erzählte der talentierte Nachwuchshandwerker, dass der Wunsch, Bäcker zu
werden, im Alter von etwa 16 Jahren entstand. Nach dem Abitur setzte er diesen Entschluss
konsequent um und begann eine Ausbildung zum Bäcker – auch mit dem Ziel, später einmal
den elterlichen Betrieb in Sonsbeck in sechster Generation zu übernehmen.
Heute arbeitet er in Vollzeit als Bäcker und absolviert parallel ein Studium der
Betriebswirtschaftslehre. Die Meisterprüfung möchte er nach Abschluss seines Studiums
ablegen.
Besonders spannend schilderte Jonah seine Erlebnisse bei der Weltmeisterschaft. Er
berichtete von der intensiven Vorbereitung gemeinsam mit Lilly Jahn, den
Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs und den vielen wertvollen Eindrücken,
die er aus Taiwan mit nach Hause nehmen konnte. Seine Begeisterung für das
Bäckerhandwerk und sein Engagement beeindruckten die Gäste und machten deutlich,
welche beruflichen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten das Handwerk engagierten
jungen Menschen bietet.
Nach diesem interessanten Gespräch erfolgte die offizielle Lossprechung in den
Gesellenstand. Aus den Händen der Prüfungsausschussmitglieder erhielten die ehemaligen
Auszubildenden ihre Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse.
Eine Auszeichnung für besonders gute Leistungen gab es für:
Die innungsbeste Bäckerin Anastasia Müller von der Bäckerei Detlev Büscher aus
Wesel.
Die Entscheidung für den Beruf der Bäckerin traf Anastasia vor allem aufgrund der kreativen
Möglichkeiten, die das Bäcker-Handwerk bietet. „Man erschafft jeden Tag etwas Neues“, so
beschreibt sie die Faszination ihres Berufs. Besonders schätzt sie den Duft frischer Brötchen
am Morgen und die Freude darüber, am Ende des Arbeitstages die selbst hergestellten
Produkte zu sehen. „Darauf kann man stolz sein.“
Nach ihrer erfolgreich bestandenen Gesellensprüfung möchte die junge Bäckerin zunächst
Berufserfahrung sammeln, bevor sie die Meisterausbildung anstrebt. Jungen Menschen, die
noch auf der Suche nach dem passenden Beruf sind, rät sie, verschiedene Praktika
auszuprobieren und keine Angst vor dem Scheitern zu haben. Nicht immer müsse ein
Studium der richtige Weg sein – auch das Handwerk biete hervorragende Perspektiven und
vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.
Ein besonderes Beispiel für lebenslanges Lernen lieferte auch die Prüfungsbeste im Beruf
Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk FR: Bäckerei, Julia Schöne aus Gladbeck. Die
42-Jährige arbeitet bereits seit 13 Jahren bei der Bäckerei Schollin in Dinslaken.
Ursprünglich als Einzelhandelskauffrau ausgebildet, entschloss sie sich vor einem halben
Jahr, ihren langjährigen Beruf auch mit einem anerkannten Abschluss zu krönen. Mit viel
Eigeninitiative bereitete sie sich auf die Prüfung vor – mit Erfolg.
An ihrem Beruf begeistert sie vor allem der tägliche Kontakt mit den Menschen. „Ich liebe es,
die Kunden morgens glücklich zu machen, ihnen einen guten Morgen zu wünschen und
frische Backwaren zu verkaufen“, beschreibt sie ihre Motivation. Die abwechslungsreichen
Aufgaben und der enge Kontakt zur Stammkundschaft machen für sie den besonderen Reiz
des Berufs aus.
Für die Innungsbesten gab es für die guten Leistungen eine Auszeichnung und ein Präsent
von der Innung sowie von der IKK Classic.
Alle erfolgreichen Nachwuchshandwerker/innen erhielten zudem eine Präsenttasche vom
Elten Store aus Uedem.
Im Anschluss an die Feier lud die Bäcker-Innung alle Gäste zur traditionellen
„Niederrheinischen Kaffetafel“ ein. In geselliger Atmosphäre bot sich die Gelegenheit, auf die
bestandenen Prüfungen anzustoßen, Erinnerungen an die Ausbildungszeit auszutauschen
und gute Gespräche zu führen.
Quelle: Presseinformation des Kreis Klever-Handwerks

