Lossprechungsfeier der Bäcker-Innung Niederrhein Kleve-Wesel

Im Historischen Schützenhaus Xanten feierte die Niederrheinische Bäcker-Innung Kleve-Wesel mit 180 Gästen ihre diesjährige Lossprechungsfeier Julia Schöne und Anastasia Müller wurden für gute Leistungen ausgezeichnet.

Im Rahmen der Lossprechungsfeier begrüßte Obermeister Johannes Gerhards die

erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Bäckerhandwerks sowie deren Familien,

Ausbildungsbetriebe und Ehrengäste. In seiner Ansprache betonte er, dass mit dem

erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zwar ein wichtiger Meilenstein erreicht sei, das

Lernen jedoch niemals ende. Lebenslanges Lernen sei gerade im Handwerk ein

entscheidender Schlüssel, um den stetig wachsenden Anforderungen des Berufs gerecht zu

werden und die eigene berufliche Entwicklung aktiv zu gestalten.

Passend dazu zitierte Gerhards den Schriftsteller Wilhelm Busch: „Ausdauer wird früher oder

später belohnt – meistens später.“ Mit diesen Worten würdigte er die Leistungen der jungen

Fachkräfte, die mit Engagement, Fleiß und Durchhaltevermögen ihre Ausbildung erfolgreich

abgeschlossen haben.

Besonders erfreut zeigte sich der Obermeister über die positive Entwicklung der

Ausbildungszahlen im Bäckerhandwerk. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der

Auszubildenden im Bäckerberuf um 17 Prozent, bei den Fachverkäufer/innen betrug der

Zuwachs 9 Prozent. Diese Entwicklung wertete Gerhards als ermutigendes Zeichen für die

Zukunft des Bäckerhandwerks.

Auch der stellvertretende Landrat des Kreises Wesel, Günter Helbig gratulierte den

Prüflingen herzlich zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. In seinem Grußwort hob

er die Bedeutung des Handwerks hervor: Eine handwerkliche Ausbildung sei eine

hervorragende Grundlage für den weiteren Berufsweg und zugleich ein solides Fundament

fürs Leben.

Ein Höhepunkt der Lossprechungsfeier war das Interview zwischen dem drittbesten Bäcker

der Welt, Jonah Rosentreter und Jutta Praße, Bäckermeisterin und Fachlehrerin für das

Bäckerhandwerk am Berufskolleg Geldern. In dem kurzweiligen und lebhaften Gespräch

berichtete der junge Bäcker von seinem außergewöhnlichen Werdegang bis zur Junioren-

Weltmeisterschaft der Bäcker in Taiwan.

Jonah blickt bereits auf eine beeindruckende Erfolgsserie zurück: Als Innungsbester 2025,

erster Kammersieger, erster Landessieger und zweiter Bundessieger qualifizierte er sich

gemeinsam mit der Bundessiegerin Lilly Jahn für die Weltmeisterschaft. Dort vertrat das Duo

Deutschland erfolgreich und gewann die Bronzemedaille.

Im Interview erzählte der talentierte Nachwuchshandwerker, dass der Wunsch, Bäcker zu

werden, im Alter von etwa 16 Jahren entstand. Nach dem Abitur setzte er diesen Entschluss

konsequent um und begann eine Ausbildung zum Bäcker – auch mit dem Ziel, später einmal

den elterlichen Betrieb in Sonsbeck in sechster Generation zu übernehmen.

Heute arbeitet er in Vollzeit als Bäcker und absolviert parallel ein Studium der

Betriebswirtschaftslehre. Die Meisterprüfung möchte er nach Abschluss seines Studiums

ablegen.

Besonders spannend schilderte Jonah seine Erlebnisse bei der Weltmeisterschaft. Er

berichtete von der intensiven Vorbereitung gemeinsam mit Lilly Jahn, den

Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs und den vielen wertvollen Eindrücken,

die er aus Taiwan mit nach Hause nehmen konnte. Seine Begeisterung für das

Bäckerhandwerk und sein Engagement beeindruckten die Gäste und machten deutlich,

welche beruflichen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten das Handwerk engagierten

jungen Menschen bietet.

Nach diesem interessanten Gespräch erfolgte die offizielle Lossprechung in den

Gesellenstand. Aus den Händen der Prüfungsausschussmitglieder erhielten die ehemaligen

Auszubildenden ihre Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse.

Eine Auszeichnung für besonders gute Leistungen gab es für:

Die innungsbeste Bäckerin Anastasia Müller von der Bäckerei Detlev Büscher aus

Wesel.

Die Entscheidung für den Beruf der Bäckerin traf Anastasia vor allem aufgrund der kreativen

Möglichkeiten, die das Bäcker-Handwerk bietet. „Man erschafft jeden Tag etwas Neues“, so

beschreibt sie die Faszination ihres Berufs. Besonders schätzt sie den Duft frischer Brötchen

am Morgen und die Freude darüber, am Ende des Arbeitstages die selbst hergestellten

Produkte zu sehen. „Darauf kann man stolz sein.“

Nach ihrer erfolgreich bestandenen Gesellensprüfung möchte die junge Bäckerin zunächst

Berufserfahrung sammeln, bevor sie die Meisterausbildung anstrebt. Jungen Menschen, die

noch auf der Suche nach dem passenden Beruf sind, rät sie, verschiedene Praktika

auszuprobieren und keine Angst vor dem Scheitern zu haben. Nicht immer müsse ein

Studium der richtige Weg sein – auch das Handwerk biete hervorragende Perspektiven und

vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.

Ein besonderes Beispiel für lebenslanges Lernen lieferte auch die Prüfungsbeste im Beruf

Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk FR: Bäckerei, Julia Schöne aus Gladbeck. Die

42-Jährige arbeitet bereits seit 13 Jahren bei der Bäckerei Schollin in Dinslaken.

Ursprünglich als Einzelhandelskauffrau ausgebildet, entschloss sie sich vor einem halben

Jahr, ihren langjährigen Beruf auch mit einem anerkannten Abschluss zu krönen. Mit viel

Eigeninitiative bereitete sie sich auf die Prüfung vor – mit Erfolg.

An ihrem Beruf begeistert sie vor allem der tägliche Kontakt mit den Menschen. „Ich liebe es,

die Kunden morgens glücklich zu machen, ihnen einen guten Morgen zu wünschen und

frische Backwaren zu verkaufen“, beschreibt sie ihre Motivation. Die abwechslungsreichen

Aufgaben und der enge Kontakt zur Stammkundschaft machen für sie den besonderen Reiz

des Berufs aus.

Für die Innungsbesten gab es für die guten Leistungen eine Auszeichnung und ein Präsent

von der Innung sowie von der IKK Classic.

Alle erfolgreichen Nachwuchshandwerker/innen erhielten zudem eine Präsenttasche vom

Elten Store aus Uedem.

Im Anschluss an die Feier lud die Bäcker-Innung alle Gäste zur traditionellen

„Niederrheinischen Kaffetafel“ ein. In geselliger Atmosphäre bot sich die Gelegenheit, auf die

bestandenen Prüfungen anzustoßen, Erinnerungen an die Ausbildungszeit auszutauschen

und gute Gespräche zu führen.

 

Quelle: Presseinformation des Kreis Klever-Handwerks