Berufsschulabschlussfeier an unserem Berufskolleg:
Pädagogische Träumereien eines Schulleiters
Um es gleich vorweg zu sagen: Es ging an diesem Samstagmorgen nicht um Phantastereien oder utopische Gedankenspiele eines unter der tropischen Sommerhitze leidenden Schulleiters! Nein, durchaus realistische Wunschvorstellungen ließ Oberstudiendirektor Thomas Reimers in seine Laudatio auf die erfolgreichen Schülerinnen und Schüler der diesjährigen Berufsschulabschlussfeier einfließen. Zunächst würdigte er die wieder einmal hervorragenden Leistungen der Absolventen aus verschiedenen kaufmännischen Bildungsgängen. Davon sichtlich beeindruckt nahm er die zahlreich anwesenden Gäste mit auf eine Reise in seine pädagogische Traumwelt. So träume er davon, dass Schülerinnen und Schüler Spaß am Lernen haben. Denn – so die wissenschaftliche Erkenntnis – wer nur widerwillig oder einem äußeren Druck folgend lernt, dem fehlt es an der grundlegenden Voraussetzung erfolgreichen Lernens: Freude und Interesse am Unterrichtsthema selber. Beides aber scheinen die Schülerinnen und Schuler unseres Berufskollegs zu haben, denn zum wiederholten Male liegen die Ergebnisse der Prüflinge nicht nur über dem Durchschnitt unseres Kammerbezirks, sondern darüber hinaus auch über dem unseres Bundeslandes!
Der zweite Traum führte die „Mitreisenden“ in hehre pädagogische Grundsätze ein: Fordern und Fördern solle das oberste Gebot der Lehrer und Ausbilder in ihrem täglichen Umgang mit Schülern und Auszubildenden sein, nicht Auslese, Selektion. Keiner solle zurückbleiben auf seinem beruflichen (Bildungs-)Weg, damit jeder – unter Berücksichtigung der je individuellen Voraussetzungen bzw. Fähigkeiten und Fertigkeiten – seine berufliche und damit verbunden auch seine persönliche Erfüllung finden möge.
Mit der Formel „Erfolgreiches Erziehen“ umschrieb Thomas Reimers seinen nächsten Traum. Nur wenn alle an der Erziehung und Ausbildung der jungen Menschen Beteiligten, also insbesondere deren Eltern, Lehrer und Ausbilder, ihre pädagogischen Aufgaben erfüllten, könne es gelingen, solche Ergebnisse zu erreichen, wie sie an diesem Tag mit Recht zu würdigen seien.
Schließlich träume er als Schulleiter natürlich auch davon, dass die Arbeit des Berufskollegs Geldern von den Auszubildenden und Schülern, ihren Eltern und den Ausbildungsbetrieben anerkannt würde. Denn, so fügte er nicht ohne Stolz hinzu, die hervorragenden Resultate der Absolventen seien nicht zuletzt auch das Ergebnis guten pädagogischen Wirkens.
Wie gesagt, es standen keine weltentrückten, unerreichbaren Ziele auf der „verträumten Agenda“ des Schulleiters. Vielmehr drückte dieser lediglich aus, wovon Erzieher und Pädagogen mit Recht zu träumen wagen dürfen, denn immerhin handelt es sich hierbei um Grundvoraussetzungen erfolgreicher Erziehungs- und Bildungsarbeit. Wem das alles dennoch zu abgehoben erscheint, sei zumindest auf das Prinzip Hoffnung verwiesen – das tägliche Brot jedes Pädagogen!


