So 14.11.2010

Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

Blumen an der Gedenkmauer

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Blumen an der Gedenkmauer

Gedenktafel der ehemaligen Synagoge in Kleve

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Gedenktafel der ehemaligen Synagoge in Kleve

Die Stellwände mit Fotos und Texte

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Die Stellwände mit Fotos und Texte

Wir sagen „STOP!“ den Ausgrenzungen.

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Wir sagen „STOP!“ den Ausgrenzungen.

Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

Am 9. November 2010 fand am Platz der ehemaligen Synagoge in Kleve die Gedenkfeier zur Reichspogromnachtstatt. In dieser Nacht brannten die Nationalsozialisten – wie in ganz Deutschland das jüdische Gotteshaus nieder.
Schülerinnen und Schüler unseres Berufskollegs gestalteten nach mehrwöchiger Vorbereitung einen Beitrag zu diesem Tag.
Sie entschlossen sich für ein Gedicht von Martin Niemöller:
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
Dieses Gedicht haben wir so umformuliert, so dass ein Text entstand, in dem alle „Gruppen“ unserer Schule angesprochen werden, die auch damals schon von den Nazis diskriminiert wurden, wie z.B. Homosexuelle, Andersgläubige, Ausländer und behinderte Menschen. Solche Menschen haben wir fotografiert und diese Bilder groß ausgedruckt.
Dienstagmorgen sind wir dann nach Kleve gefahren. Dort haben wir Stellwände aufgebaut, auf denen wir die gemachten Fotos anbrachten. Diese Fotos wurden dann mit dem von uns umformulierten Text erklärt.
„Als Sie die Ausländer belächelten, habe ich geschwiegen…“, dann wurde das Bild der Ausländer mit einem Tuch verdeckt.
So ging dies bei allen „Gruppen“, bis alle Bilder verdeckt waren.
Stille.
Doch dann der Wendepunkt. Wir sagen „STOP!“, denn Ausgrenzungen sollte es nirgendwo geben, um klar zu machen, dass bei uns keiner wegen Hautfarbe, Religion, Behinderungen oder sonst etwas ausgegrenzt und/oder belächelt werden soll, wurde der Text „rückgängig“ gemacht, die Bilder wurden wieder enthüllt, und die Schülerinnen und Schüler bekamen ein eigenes Gesicht, sie waren nicht mehr „die Ausländer“ sondern wurden beim Namen genannt. „Als Sie Khadidja, Mimy, Kojo & Thazan belächelten, habe ich NICHT geschwiegen…“. So auch bei den anderen Bildern, bis alle enthüllt waren.
Die Gedenkfeier wurde durch eine kurze Ansprache von Maria Diedenhofen eingeleitet. Ebenfalls sagte der Bürgermeister einige Worte, ein Rabbi war auch da, der in hebräischer Sprache das Totengebet zum Gedenken an die sechs Millionen ermordeten Juden sprach. Musikalisch wurde die Veranstaltung von einem Chor und einem Lied der Schülerinnen und Schüler der Marienschule in Kleve begleitet.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich durch die Teilnahme an dieser Gedenkfeier gelernt habe, wie wichtig es ist, sich an das zu erinnern, was damals Grausames Millionen von Menschen angetan wurde, vor allem deswegen, weil ich nicht will, dass sich so was wiederholt.
(Saskia Hinsen, Schülerin des Berufskollegs Geldern)